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Was ist der Euribor?

Hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Folge unserer YouTube-Reihe “BusinessFragen kompetent und verständlich beantwortet”.

Die Abkürzung EURIBOR steht für Euro InterBank Offered Rate und stellt vereinfacht gesagt nichts anderes als einen Interbankenzinssatz dar. Das bedeutet es handelt sich hierbei um einen Zinssatz zu welchem sich Banken gegenseitig Geld leihen.

Dieser Zinssatz spielt derzeit aber auch im Zusammenhang mit Finanzierungen ein sehr wichtige Rolle. Ein typischer Anwendungsbereich ist die Wohnraumfinanzierung. Hier dient der Euribor als Referenszinssatz für die Berechnung des Sollzinssatzes. Der Sollzinssatz ergibt sich somit aus dem Euribor plus einem Aufschlag.

Euribor + Aufschlag = Sollzinssatz

Steigt der Euribor steigt der Sollzinssatz, fällt der Euribor fällt der Sollzinssatz. Im klassischen Finanzierungsfall bleibt der Aufschlag über die vereinbarte Laufzeit unverändert.

Im Zusammenhang mit der Zinsanpassung ist darüber hinaus auch noch auf die Fristigkeit des Euribors zu achten:

EURIBOR 1 Woche
EURIBOR 1 Monat
EURIBOR 3 Monate
EURIBOR 6 Monate
EURIBOR 12 Monate

Je nachdem welcher Euribor Ihrer Finanzierung hinterlegt ist erfolgt die Zinsanpassung. Ist zum Beispiel der 3-Monats-Euribor als Referenzzinssatz hinterlegt so erfolgt die Zinsanpassung alle 3 Monate, beim 6-Monats-Euribor alle 6 Monate, …



Leitzins vs. Euribor – Worin liegt der Unterschied?

Im wesentlichen können 3 Unterschiede identifiziert werden. Ein Unterschied liegt in der Höhe des Zinssatzes und der damit verbundenen Festlegungsmodalitäten. Die Höhe des Leitzinssatzes wird im Rahmen der Geldpolitik jeweils von der EZB festgelegt. Das bedeutet die EZB hat in regelmäßigen Abständen Sitzungen und in diesen wird festgelegt wie Hoch der Leitzinssatz ist. Im Unterschied hierzu wird der Euribor nicht von der EZB festgelegt, sondern von den Banken. Hierfür werden große Geschäftsbanken ausgewählt Ihre Zinssätze einzumelden und daraus wird dann ein Durchschnitt errechnet.

Ein weiterer Unterschied liegt im Anwendungsbereich der Zinssätze. Der Leitzinssatz kommt zur Anwendung wenn sich Banken von der EZB Geld ausleihen, wohingegen der Euribor zur Anwendung kommt wenn sich Geschäftsbanken gegenseitig Geld leihen.

Zu guter Letzt unterscheidet sich der EZB-Leitzinssatz vom Euribor in den Fristigkeiten. Das bedeutet der Leitzins wird nicht täglich angepasst, wie der Euribor, sondern immer nur im Rahmen der Sitzungen und wird nicht nach Fristigkeiten unterteilt.

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